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Entfernungsmesser Bussolentheodolit Ertel Belg. Marine neuwertig

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Artikelnummer: 198602G

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Produktbeschreibung

Neuwertiger, sehr gut erhaltener Entfernungsmesser Theodolit der Belgischen Marine.

Hersteller: Ertel, München

Wurde 1954 an die belgische und niederländische Armee geliefert und seitdem in Armeedepots gelagert.

Einsetzbar und dekorativ!

- teleskopierbares Dreibein aus Holz
- Metallschrauben zur Fixierung
- Lederriemen am Dreibein zum Befestigen beim Transport
- Entfernungsmesser

Höhe Dreibein aufgeklappt ca. 1,50m
Höhe Dreibein eingeklappt ca. 96cm
Höhe Theodolit ca. 30,0cm
Gewicht Dreibein ca. 4,30kg
Gewicht Theodolit ca. 4,84kg
Gesamtgewicht ca. 9,13kg

Es handelt sich um einen hochwertigen Bussolentheodoliten mit Repetitionseinrichtung. Hersteller sind die berühmten Ertel-Werke, die bereits 1804 – also fast ein halbes Jahrhundert vor Zeiss – von Georg von Reichenbach und Traugott Leberecht von Ertel in München gegründet wurden.
Das Unternehmen wurde schnell – neben Zeiss und Breithaupt – zu einem der bedeutendsten Instrumentenbauer des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa. Es produzierte bis 1984 hochwertige Vermessungsinstrumente für Geodäsie und Astronomie, aber auch für militärische Aufgaben und war damit dasjenige deutsche Unternehmen, das - nach Breithaupt in Kassel - am längsten, nämlich über einen Zeitraum von fast 2 Jahrhunderten, ununterbrochen Vermessungsgeräte baute.

Das hier angebotene, um 1950 gebaute Gerät verfügt neben einer Präzisionsbussole über eine hochwertige Repetitionseinrichtung.
Das Repetitionsverfahren wurde bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von dem deutschen Wissenschaftler Tobias Meyer erfunden und erlaubt durch mechanische Aufaddierung aufeinanderfolgender Winkelmessungen und anschließende Division eine erhebliche Steigerung der Messgenauigkeit. Ermöglicht wird die Repetition durch eine aufwändige Konstruktion:
Während bei einem einfachen Theodoliten der Horizontalkreis fest mit dem Dreifuß verbunden ist und das Oberteil mit dem Fernrohr über dem feststehenden Teilkreis dreht, enthält ein Repetitionstheodolit ein drehbar eingebautes Mittelteil, sodass zwei getrennte Drehachsen entstehen.
Man hat also zwei Messmöglichkeiten:
Man kann wie bei einem einfachen Theodoliten den Horizontalkreis mit dem Unterteil koppeln und das Oberteil über dem Teilkreis drehen.
Man kann aber auch das Mittelteil mit dem Horizontalkreis an das Oberteil koppeln und dreht dann bei Anpeilen eines Ziels Fernrohr und Teilkreis zusammen.
So erfolgen für denselben Winkel andere Teilkreisablesungen, wodurch die Genauigkeit der Winkelmessung deutlich gesteigert werden kann.

Ein Repetitionstheodolit ist also wesentlich aufwändiger konstruiert, was sich auch im Gewicht bemerkbar macht.

Bemerkenswert an diesem Gerät ist auch die eingebaute sehr präzise Bussole. Die Bussole – nichts anderes als ein sehr genau arbeitender und für geodätische Zwecke einsetzbarer Kompass – ermöglicht die Winkelmessung auch dann, wenn im Gelände keine Ziele (deren Koordinaten bekannt sind) angepeilt werden können, etwa in Waldgebieten oder Untertage im Bergbau. Es wird dann der sog. Richtungswinkel zwischen magnetisch Nord und dem angepeilten Ziel ermittelt.
Dieser Theodolit könnte also auch für Vermessungen z.B. in einem Kohlebergwerk eingesetzt werden.

Der Theodolit verfügt über Distanzstriche zur Bestimmung von Entfernungen. Erfunden wurden diese Distanzstriche übrigens von dem Gründer der Ertel-Werke, Georg von Reichenbach, die deshalb auch als „Reichenbachsche Distanzfäden“ bezeichnet werden.
Insofern ist dieser Theodolit auch ein Tachymetertheodolit.
Schließlich verfügt dieses außergewöhnliche Vermessungsinstrument über insgesamt drei Röhrenlibellen, von denen zwei zur Horizontierung des Gerätes (vor Inbetriebnahme) dienen.
Normalerweise sind Theodolite nur mit einer Röhrenlibelle ausgerüstet (ggf. noch zur Grobhorizontierung mit einer Dosenlibelle), die normalerweise auch ausreicht, um den Horizontalkreis waagerecht bzw. senkrecht zur Lotrichtung auszurichten und Horizontalwinkel zu messen. Dass hier dazu zwei senkrecht zueinander angebrachte Röhrenlibellen genutzt werden können, vereinfacht und beschleunigt das Horizontieren vor allem mit Blick auf die Nutzung des Theodoliten als Nivelliergerät.

Denn dieses Gerät - selten und außergewöhnlich, verfügt über eine dritte Präzisions-Röhrenlibelle, die fest mit dem Fernrohr verbunden ist. Sie ermöglicht die präzise Horizontierung der Ziellinie und damit die Durchführung auch von topographischen Aufnahmen bzw. von Flächen- und Liniennivellements.

Bei dem hier angebotenen Gerät handelt es sich somit um ein wahres Universalinstrument, dass für fast alle Aufgaben im Vermessungswesen eingesetzt werden könnte.

Lieferumfang und Zustand des Gerätes
Der hier angebotene Theodolit wurde für das belgische und niederländische Heer gefertigt und 1954 dorthin ausgeliefert. Die Teilkreise haben 360 Gradeinteilung verfügen über einfache Nonienablesung. Eine weitere Besonderheit sind die 4 Fussschrauben. Alle anderen Vermessungsgeräte aus deutscher Produktion haben, soweit uns bekannt, stets nur 3 Fußschrauben.
Das Gerät wiegt 4 kg, ist ca. 30 cm hoch (bei waagerechtem Fernrohr), der Horizontalkreis hat einen Durchmesser von ca.14 cm und das Fernrohr eine Länge von 19 cm.
Ein Transportbehälter nebst dem üblichen „Bordwerkzeug“ fehlt leider. Dafür ist aber das passende Original-Holzstativ aus dem Hause Ertel dabei. Dieses befindet sich zwar in gutem Zustand und zeigt keine Schäden, hat aber leichte Gebrauchs- bzw. Lagerspuren.